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Auftakt der Veranstaltungsreihe und Eröffnung der Ausstellung „Besa – Ein Ehrenkodex“ durch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

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Auf­takt der Ver­an­stal­tungs­rei­he und Eröff­nung der Aus­stel­lung „Besa – Ein Ehren­ko­dex“ durch Ober­bür­ger­meis­ter Gert-Uwe Mende

Besa – Ein Ehrenkodex

Diens­tag, 9. Sep­tem­ber 2025, 19 Uhr
Wies­ba­de­ner Rat­haus, Schloß­platz 6, 65183 Wiesbaden
Eine Rück­mel­dung unter www.jg-wi.de/anmeldung wür­de uns die Orga­ni­sa­ti­on erleichtern.

Unse­re Eltern waren from­me Mus­li­me und glaub­ten wie wir auch, dass jedes Klop­fen an der Tür ein Segen Got­tes ist. Wir haben nie Geld von unse­ren jüdi­schen Gäs­ten genom­men. Alle Men­schen sind von Gott. Besa exis­tiert in jeder alba­ni­schen Seele.”

Mit die­sen Wor­ten beschrei­ben die Brü­der Hamid und Xhe­mal Vese­li eine Hal­tung, die zur Zeit der Sho­ah nicht selbst­ver­ständ­lich war. Ihre Fami­lie stammt aus Alba­ni­en – einem klei­nen Land, in dem vor 1933 nur etwa 200 Jüdin­nen und Juden leb­ten. Wäh­rend der deut­schen Besat­zung 1943 bot die Bevöl­ke­rung zahl­rei­chen jüdi­schen Flücht­lin­gen Schutz.

Trotz NS-Besa­t­­zung ver­wei­ger­ten alba­ni­sche Behör­den und Bür­ger die Her­aus­ga­be jüdi­scher Namen, fälsch­ten Doku­men­te und ver­steck­ten Ver­folg­te – unab­hän­gig von deren Her­kunft oder Reli­gi­on. Grund­la­ge die­ser Hil­fe war Besa, ein zen­tra­ler alba­ni­scher Ehren­ko­dex. Besa bedeu­tet wört­lich „ein gege­be­nes Ver­spre­chen hal­ten“ – und steht für die unbe­ding­te Ver­pflich­tung, einem Schutz­su­chen­den bei­zu­ste­hen, selbst unter Lebensgefahr.

Fast alle Jüdin­nen und Juden, die sich in die­ser Zeit in Alba­ni­en auf­hiel­ten, über­leb­ten. 69 Alba­ne­rin­nen und Alba­ner wur­den spä­ter als „Gerech­te unter den Völ­kern“ geehrt.

Der Foto­graf Nor­man H. Gersh­man (1932–2019) por­trä­tier­te über vier Jah­re hin­weg mus­li­mi­sche Fami­li­en, die wäh­rend der Sho­ah Juden ret­te­ten. Damit mach­te er ein kaum bekann­tes Kapi­tel euro­päi­scher Zeit­ge­schich­te sicht­bar. Sei­ne ein­drucks­vol­len Por­träts sind heu­te in inter­na­tio­na­len Samm­lun­gen zu sehen.

Eine Aus­stel­lung von Yad Vas­hem in Koope­ra­ti­on mit dem Land­tag Rheinland-Pfalz