Jüdi­sches Lehrhaus

Jüdisches Leben in Schierstein und Erinnerungskultur

Vor­trag

Sonn­tag, 24. Okto­ber, 16 Uhr
Ort: Gemein­de­saal des Chris­to­pho­rus­hau­ses, Bern­hard-Schwarz Str. 25, Wiesbaden

Kos­ten: 9 € | Die Anmel­dung erfolgt über die Volks­hoch­schu­le Schier­stein: ent­we­der über die Home­page www.vhs-schierstein.de oder ein­fach per Mail an info@vhs-schierstein.de oder auch tele­fo­nisch unter der 0611–29711

(Bild: Die Gedenk­stät­te in der Bern­hard-Schwarz-Stra­­ße © Stadt­ar­chiv Wies­ba­den, F.-Nr. 496)

Jüdi­sches Leben gehört nach­weis­lich seit dem 14. Jahr­hun­dert zu Wies­ba­den. Auch in den heu­ti­gen Vor­or­ten ent­stan­den jüdi­sche Gemein­den. Für Schier­stein ist eine „Kul­tus­ge­mein­de“ ab der ers­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts nach­weis­bar. 1868 waren es bereits 20 Fami­li­en. Mit ihnen hat­te sich ein akti­ves Gemein­de­le­ben ent­wi­ckelt. Got­tes­diens­te fan­den bis zur Erbau­ung der Syn­ago­ge in einem dunk­len und feuch­ten Kel­ler­raum statt. 1855 ent­schloss sich die Gemein­de zum Bau der Syn­ago­ge auf dem Grund­stück Kirch­stra­ße 15–17 (heu­te Bern­hard-Schwarz-Stra­­ße). Jüdi­sches Leben flo­rier­te zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts in Schierstein.

Es fand 1938 ein jähes Ende. Am frü­hen Mor­gen des 10. Novem­ber brann­te die Syn­ago­ge, jüdi­sche Geschäf­te und Woh­nun­gen wur­den von der SA zer­stört. Vie­le Gemein­de­mit­glie­der flo­hen ins Aus­land, die letz­ten wur­den 1942 in die Ver­nich­tungs­la­ger ver­schleppt – die Nach­ba­rin­nen und Nach­barn schau­ten zu. Heu­te erin­nert eine Gedenk­stät­te am ehe­ma­li­gen Stand­ort der Syn­ago­ge an die Opfer der Shoah.

Jüdi­sches Leben konn­te mit der Wie­der­grün­dung der Jüdi­schen Gemein­de in Wies­ba­den wie­der­ent­ste­hen. Dr. Kathe­ri­ne Lukat, Stadt­ar­chiv Wies­ba­den, stellt die Ent­wick­lung der Erin­ne­rungs­kul­tur an die Ver­bre­chen des NS-Regimes dar. Ste­ve Land­au, Geschäfts­füh­rer der Jüdi­schen Gemein­de, berich­tet vom jüdi­schen Leben heute.

Die Ver­an­stal­tung fin­det in Koope­ra­ti­on mit der Volks­hoch­schu­le Schier­stein, dem Stadt­ar­chiv Wies­ba­den und der Chris­to­pho­rus­ge­mein­de Schier­stein statt.

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