Jüdi­sches Lehrhaus

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Jüdischen Lehrhauses,

Wis­sen ist – wie der Him­mel – nie­mals Pri­vat­ei­gen­tum. Kein Leh­rer hat das Recht, es jeman­dem vor­zu­ent­hal­ten, der dar­um bit­tet. Unter­rich­ten ist die Kunst des Tei­lens“, sagt Rab­bi­ner Abra­ham Joshua Heschel, jüdi­scher Schrift­ge­lehr­ter und Reli­gi­ons­phi­lo­soph (1973, „Eine Lei­den­schaft für die Wahr­heit“, S.169).

Wir, das jüdi­sche Lehr­haus, set­zen eben­falls, nun im 17. Semes­ter, unse­ren Dia­log auf Augen­hö­he zwi­schen Sen­der und Emp­fän­ger jüdi­scher Lehr- und Lern­stof­fe fort. Die­se Tat­sa­che gewinnt an Bedeu­tung, wenn wir uns ver­ge­gen­wär­ti­gen, dass sich jeg­li­che Art von Kom­mu­ni­ka­ti­on ja nicht nur im pri­va­ten Rah­men, son­dern vor allem im öffent­li­chen Raum abspielt.

Wir hal­ten des­halb wei­ter­hin an die­ser Vor­aus­set­zung und dem Prin­zip für alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer als wech­sel­sei­ti­gen Bei­trag zur För­de­rung gesamt­ge­sell­schaft­li­cher Kom­pe­tenz fest.

1700 Jah­re jüdi­sches Leben in Deutschland

Allen Stadt­rä­ten gestat­ten wir, die Juden in die Kurie zu beru­fen.“ Mit die­sem Satz ord­ne­te der römi­sche Kai­ser Kon­stan­tin der Gro­ße am 11. Dezem­ber 321 an, dass Juden in Köln öffent­li­che Ämter in der Stadt­ver­wal­tung beklei­den dür­fen. Das Edikt, des­sen Ori­gi­nal sich im Vati­kan befin­det, gilt als die Geburts­ur­kun­de der nach­weis­lich ältes­ten jüdi­schen Gemein­de im Euro­pa nörd­lich der Alpen.

2021 wird also ein Fest­jahr wer­den, das wir mit all unse­ren Nach­barn bege­hen wollen!

Wir freu­en uns sehr und bedan­ken uns herz­lich bei unse­rem Ober­bür­ger­meis­ter, Herrn Gert-Uwe Men­de, der die Schirm­herr­schaft für das Jubi­lä­ums­jahr über­nom­men hat.

Blei­ben Sie gesund!

Dr. Jacob Gutmark
Dez­er­nent für Kul­tur der Jüdis­chen Gemein­de Wiesbaden

Ste­ve Landau 
Lei­ter des Jüdis­chen Lehrhauses

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Geschichte des Jüdischen Lehrhauses (Kurzfassung)

Franz Rosen­zweig (geb. 1886 in Kas­sel – gest. 1929 in Frank­furt am Main) eröff­ne­te 1920 in Frank­furt das „Freie Jüdi­sche Lehr­haus“. Auf der Agen­da der unter der Betei­li­gung Mar­tin Bubers, wie auch spä­ter z. B. Erich Fromms, gegrün­de­ten Stät­te der Erwach­se­nen­bil­dung stand der Grund­satz: „Das Lehr­haus soll uns leh­ren, war­um und wozu wir sind“.

Tra­di­tio­nel­les jüdi­sches Wis­sen und hand­lungs­ori­en­tier­te Wis­sens­ver­mitt­lung soll­ten auch in die nicht­jü­di­sche Umge­bung hin­aus getra­gen werden.

Die­se Begeg­nung mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft soll weder eine Mis­si­on noch die Auf­ga­be der eige­nen Iden­ti­tät bedeu­ten, son­dern eine Ich-Du-Bezie­hung, wie Buber sie bezeich­ne­te, also eine dau­er­haf­te Part­ner­schaft auf Augen­hö­he herstellen.

Ein gemein­sa­mes „lebens­be­glei­ten­des Ler­nen“ mit Wech­sel­wir­kung, bei dem Tra­di­ti­on und das Moder­ne auf­ein­an­der tref­fen, soll­ten ein­an­der befruchten.

Das päd­ago­gi­sche Modell von Rosen­zweig wur­de bis zur Schlie­ßung durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Jahr 1938 von dem Reli­gi­ons­phi­lo­so­phen Mar­tin Buber, dem Psy­cho­lo­gen Erich Fromm, dem Päd­ago­gen Ernst Simon und dem Arzt Richard Koch wei­ter betrieben.

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