Jüdisches Lehrhaus

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Jüdischen Lehrhauses,

der Reiz zum Lernen wird uns Menschen immer wieder dann beschäftigen, wenn unser gesunder Menschenverstand (Common Sense) von der Unzuverlässigkeit von subjektiven Sinneseindrücken überzeugt ist. Das eher geringe Maß an Wissen bzw. der Erwerb von allgemeinen Informationen kann für den Alltag und für die Arbeit dienlich sein. Der Erwerb von zusätzlichem Wissen mag, mit Erich Fromm gesagt (Fromm war Dozent und Mitgründer des Jüdischen Lehrhauses vor der Schoah), „Luxuswissen“ sein, das zur Erhebung des Selbstwertgefühls beitragen kann.

Das Bildungssystem in Deutschland ist bestrebt, Menschen mit „Wissen als Eigentum“ auszustatten. Mit dem Besuch unserer Kurse können die Teilnehmer mit der neuen Lernerfahrung die menschliche Umgebung gedanklich besser auswerten und für neue Situationen fruchtbar machen.

Wir freuen uns, Sie im nunmehr 13. Semester seit Neugründung des Jüdischen Lehrhauses in Wiesbaden im Rahmen unserer Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.

Dr. Jacob Gut­mark
Dez­er­nent für Kul­tur der Jüdis­chen Gemeinde Wiesbaden

Steve Lan­dau
Leiter des Jüdis­chen Lehrhauses

Kontaktdaten

Jüdische Gemeinde Wiesbaden

Friedrichstraße 31–33

65185 Wiesbaden

Telefon: 0611–93 33 030

Fax: 0611–93 33 03 19

E‐Mail schreiben

Anmeldung

Persönlich im Büro der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden,

Dienstag und Donnerstag 9 bis 12 und 15 bis 17 Uhr

oder schriftlich, per Fax, per E‐Mail.

Einige Veranstaltungen sind für Schüler*innen und Studierende kostenfrei bzw. ermäßigt.

Bankverbindung

Jüdische Gemeinde Wiesbaden

IBAN: DE18 510500150277005658

Nassauische Sparkasse

Mit Förderung durch das Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Kulturamt Wiesbaden

Geschichte (Kurzfassung)

Franz Rosenzweig (geb. 1886, in Kassel — gest. 1929 in Frankfurt am Main) eröffnete 1920 in Frankfurt das „Freie Jüdische Lehrhaus“. Auf der Agenda der unter der Beteiligung Martin Bubers, wie auch später z. B. Erich Fromms, gegründeten Stätte der Erwachsenenbildung, stand der Grundsatz:

Das Lehrhaus soll uns lehren, warum und wozu wir sind“.

Traditionelles jüdisches Wissen und handlungsorientierte Wissensvermittlung sollte auch in die nichtjüdische Umgebung hinaus getragen werden.

Soll weder eine Mission noch die Aufgabe der eigenen Identität bedeuten, sondern eine Ich‐Du‐Beziehung, wie Buber sie bezeichnete, also eine dauerhafte Partnerschaft auf Augenhöhe.

Ein gemeinsames „lebensbegleitendes Lernen“ mit Wechselwirkung, bei dem Tradition und das Moderne aufeinander treffen, sollten einander befruchten.

Das pädagogische Modell von Rosenzweig wurde bis zur Schließung durch das nationalsozialistische Unrechtsregime im Jahr 1938 von dem Religionsphilosophen Martin Buber, dem Psychologen Erich Fromm, dem Pädagogen Ernst Simon und dem Arzt Richard Koch weiter betrieben.

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