Jüdi­sches Lehrhaus

Grußwort

Gruß­wort – 18. Semes­ter (18 = חי = Chai – hebr.: Leben) *

Liebe Mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Erfolg unse­rer Lern­ein­hei­ten, Tages­se­mi­na­re und Work­shops kommt für die Teil­neh­men­den sowie für uns nicht völ­lig uner­war­tet. Neben der erfreu­li­chen Sei­te die­ser Reso­nanz, die unse­re opti­mis­ti­schen Ein­schät­zun­gen über­trifft, scheint unser Lehr- und Lern­an­ge­bot nach dem nun­mehr 18. Semes­ter einen kla­ren Auf­for­de­rungs­cha­rak­ter zu erhalten.

Natür­lich zie­len unse­re Bemü­hun­gen dar­auf, die Lern­fel­der zum jüdi­schen Wis­sen und zur Ver­mitt­lung von jüdisch-his­­to­­ri­­schen Lebens­wei­sen zu erwei­tern und zu qua­li­fi­zie­ren. Mit­un­ter kön­nen wir uns auf die bis­wei­len sehr kom­pe­ten­ten Rück­mel­dun­gen der Teil­neh­men­den verlassen.

Dabei führt die eige­ne Lern­er­fah­rung zur Ergän­zung unse­res Pro­gramm­an­ge­bo­tes – stets im Rah­men einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Über­le­gung – zu einer unver­zicht­ba­ren Aus­wer­tung inter­ak­ti­ver Prozesse.

Zum ers­ten Mal seit Wie­der­grün­dung des Jüdi­sches Lehr­hau­ses in Wies­ba­den im Jahr 2013 ver­zich­ten wir auf die Ver­öf­fent­li­chung eines Pro­gramm­hef­tes. In die­sen anspruchs­vol­len Zei­ten möch­ten wir fle­xi­bel blei­ben und uns auf Her­aus­for­de­run­gen in Echt­zeit anpassen.

Die Web­site wird regel­mä­ßig aktua­li­siert. Über unse­ren News­let­ter blei­ben Sie immer auf dem aktu­el­len Stand.

Ger­ne infor­mie­ren wir Sie über kom­men­de Ver­an­stal­tun­gen. Sen­den Sie uns hier­für bit­te Ihre E‑Mail-Adres­­se zu.

Dr. Jacob Gutmark
Dez­er­nent für Kul­tur der Jüdis­chen Gemein­de Wiesbaden

Ste­ve Landau 
Lei­ter des Jüdis­chen Lehrhauses

*) Das hebräi­sche Wort Chai — חי — bedeu­tet „Leben“ und ist ein bekann­tes Sym­bol des Juden­tums. Es wird aus den Buch­sta­ben ח „Chet“ und י „Jud“ zusam­men­ge­setzt. Das Leben hat im Juden­tum den höchs­ten Stel­len­wert. Der Begriff Chai sym­bo­li­siert den Wert des Lebens an sich und den Wil­len die­ses zu erhal­ten und zu schüt­zen. Das Wort fin­det sich auch in häu­fig ver­wen­de­ten Aus­drü­cken wie­der. „Am Isra­el Chai“ (Das Volk Isra­el lebt) und „Le Chaim!“ (Auf das Leben!), was übli­cher­wei­se beim Ansto­ßen mit Geträn­ken gesagt wird.

Mys­ti­sche Bedeutung

In der jüdi­schen Mys­tik wird jedem Buch­sta­ben ein Zah­len­wert zuge­ord­net. Die Sum­me der Buch­sta­ben des Wor­tes Chai – bestehend aus Chet (Zah­len­wert: 8) und Jud (Zah­len­wert: 10) ergibt somit 18. Die Zahl 18 bekom­men auf die­se Wei­se eine spi­ri­tu­el­le Bedeu­tung und ist posi­tiv besetzt.

Alle Ver­an­stal­tun­gen fin­den unter dem Vor­be­halt des wei­te­ren Ver­laufs der COVID-19-Pan­­de­­mie statt. Eine kurz­fris­ti­ge Absa­ge bzw. digi­ta­le Umset­zung ist jeder­zeit möglich.

Des Wei­te­ren wei­sen wir dar­auf hin, dass die aktu­el­len Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men zum Schutz gegen die Aus­brei­tung von COVID-19 ein­ge­hal­ten werden.

Die aktu­el­len Hygie­ne­be­stim­mun­gen fin­den Sie auf unse­rer Website.

Zur Teil­nah­me an den Online-Ver­­an­stal­­tun­­­gen benö­ti­gen Sie ein Smart­pho­ne oder Tablet mit instal­lier­ter „ZOOM Cloud Meetings“-App. Die App ist sowohl im App-Store für iOS als auch bei Goog­le Play für Android erhält­lich. Eine Teil­nah­me am PC ist natür­lich eben­falls mög­lich. Geben Sie hier­für in Ihrem Brow­ser www.zoom.us/join ein und fol­gen Sie der Anleitung.

Nach Ihrer Anmel­dung erhal­ten Sie recht­zei­tig vor Ver­an­stal­tungs­be­ginn die Bespre­chungs-ID und das Pass­wort. Soll­ten Sie Fra­gen zur Tech­nik haben oder Unter­stüt­zung benö­ti­gen, hel­fen wir Ihnen gerne.

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Geschichte des Jüdischen Lehrhauses (Kurzfassung)

Franz Rosen­zweig (geb. 1886 in Kas­sel – gest. 1929 in Frank­furt am Main) eröff­ne­te 1920 in Frank­furt das „Freie Jüdi­sche Lehr­haus“. Auf der Agen­da der unter der Betei­li­gung Mar­tin Bubers, wie auch spä­ter z. B. Erich Fromms, gegrün­de­ten Stät­te der Erwach­se­nen­bil­dung stand der Grund­satz: „Das Lehr­haus soll uns leh­ren, war­um und wozu wir sind“.

Tra­di­tio­nel­les jüdi­sches Wis­sen und hand­lungs­ori­en­tier­te Wis­sens­ver­mitt­lung soll­ten auch in die nicht­jü­di­sche Umge­bung hin­aus getra­gen werden.

Die­se Begeg­nung mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft soll weder eine Mis­si­on noch die Auf­ga­be der eige­nen Iden­ti­tät bedeu­ten, son­dern eine Ich-Du-Bezie­hung, wie Buber sie bezeich­ne­te, also eine dau­er­haf­te Part­ner­schaft auf Augen­hö­he herstellen.

Ein gemein­sa­mes „lebens­be­glei­ten­des Ler­nen“ mit Wech­sel­wir­kung, bei dem Tra­di­ti­on und das Moder­ne auf­ein­an­der tref­fen, soll­ten ein­an­der befruchten.

Das päd­ago­gi­sche Modell von Rosen­zweig wur­de bis zur Schlie­ßung durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten im Jahr 1938 von dem Reli­gi­ons­phi­lo­so­phen Mar­tin Buber, dem Psy­cho­lo­gen Erich Fromm, dem Päd­ago­gen Ernst Simon und dem Arzt Richard Koch wei­ter betrieben.

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