Tar­but — Zeit für jüdi­sche Kultur

Zeit für jüdische Kultur (Tarbut)

Tarbut — Zeit für jüdische Kultur | 2025

Sehr geehr­te Damen und Herren,
lie­be Freun­din­nen und Freun­de der jüdi­schen Kultur,

wir wer­den voll­jäh­rig, denn „Tar­but – Zeit für jüdi­sche Kul­tur“ fin­det zum 18. Mal in Fol­ge statt. Eine Zahl mit beson­de­rer Bedeu­tung im Hebräi­schen: dort ent­spricht der Zah­len­wert der Buch­sta­ben dem Wort חַי (Chai) – Leben. Wir möch­ten mit unse­rem Kul­tur­pro­gramm dazu bei­tra­gen, jüdi­sches Leben „erleb­bar“ zu machen.

Die Eröff­nung fin­det tra­di­tio­nell im Wies­ba­de­ner Rat­haus im Rah­men einer Aus­stel­lung statt, die in die­sem Jahr den Titel trägt: „Besa – Ein Ehrenkodex“.
Gezeigt wer­den Por­traits des Foto­gra­fen Nor­man H. Gersh­man von mus­li­mi­schen Fami­li­en in Alba­ni­en, die im 2. Welt­krieg Juden ret­te­ten und somit deren Über­le­ben ermöglichten.

Ein beson­de­rer Fokus liegt in die­sem Jahr auf unse­ren Lesun­gen: So begibt sich Sara Klatt auf die Suche nach den Spu­ren ihres Groß­va­ters und ihrer eige­nen Ver­or­tung in Israel.

Wo der Name wohnt“ ist der Titel der Lesung mit Ricar­da Mess­ner im Lite­ra­tur­haus Vil­la Cle­men­ti­ne. Die Autorin setzt sich eben­falls auf ihre Wei­se mit der eige­nen Fami­li­en­ge­schich­te aus­ein­an­der. Schön und humor­voll ver­spricht die Lesung mit Eldad Sto­bez­ki zu wer­den, der uns mit sei­nen lau­ni­gen, aber auch nach­denk­li­chen All­tags­be­ob­ach­tun­gen konfrontiert.

Zudem laden die Füh­rung über den Fried­hof „Schö­ne Aus­sicht“ und der Tag der offe­nen Tür der Jüdi­schen Gemein­de in die Wies­ba­de­ner Syn­ago­ge alle Inter­es­sier­ten zum Besuch ein.

Kul­tu­rel­le Herz­stü­cke sind und blei­ben unse­re musi­ka­li­schen High­lights, zu denen wir Sie natür­lich eben­so herz­lich will­kom­men hei­ßen. Wir begrü­ßen im Sep­tem­ber zunächst das Dani­el Welt­lin­ger Quar­tett mit Klez­mer, ost­eu­ro­päi­scher Volks­mu­sik, Jazz und frei­er Impro­vi­sa­ti­on. Das Duo Levin­sky ist gemein­sam mit Igor Bud­in­stein im Novem­ber bei uns zu Gast und den Dezem­ber berei­chert die israe­li­sche Band „LeCha­im“ mit inter­na­tio­na­len Klas­si­kern und israe­li­scher Tanz­mu­sik. Auch hier gilt das Mot­to: LeCha­im – „Auf das Leben“. Ganz beson­ders freu­en wir uns auf eine „ira­­nisch-israe­­li­­sche Musi­k­af­fä­re“ der Grup­pe „Sist­ana­gi­la“ im Kes­sel­haus am Schlacht­hof Wies­ba­den, wo Ele­men­te der sephar­di­schen und per­si­schen Musik mit Klez­mer und klas­si­schen Kom­po­si­tio­nen geschickt zu einem Gesamt­werk ver­wo­ben wer­den. Wo, wenn nicht hier, zeigt sich, dass Kul­tur zusam­men­füh­ren kann, was ver­meint­lich nicht zusam­men­ge­hört. Salopp for­mu­liert: „Völ­ker­ver­bin­dung at it’s best“.

Auf­grund der umfang­rei­chen Sanie­rungs­ar­bei­ten in der Cali­ga­ri Film­Büh­ne wird es in die­sem Jahr dort lei­der kei­ne Film­vor­füh­run­gen geben kön­nen, aber wir freu­en uns umso mehr über den fil­mi­schen Bei­trag „A Real Pain“, den das Mur­n­au-Fil­m­­the­a­­ter Ende Sep­tem­ber zeigt.

Wir wün­schen gute und geist­rei­che Unterhaltung.

Dr. Jacob Gutmark 
Dezer­nent für Kul­tur der
Jüdi­schen Gemein­de Wiesbaden

Dr. Hen­drik Schmehl
Kul­tur­de­zer­nent der
Lan­des­haupt­stadt Wiesbaden

(Foto: © Ange­li­ka Aschenbach)

Programm-Übersicht

 =Tar­but: hebrä­isch für „Kul­tur“