Jüdi­sches Lehrhaus

Juden unter dem Halbmond

Tages­se­mi­nar

Juden unter dem Halbmond

Die Leute mit den blauen Händen – Bucharische Juden an der Seidenstraße


Sonn­tag, 22. Novem­ber 2026, 11 Uhr, mit Mittagsimbiss.
Ende ca. 15 Uhr

Ort: Jüdi­sche Gemein­de Wies­ba­den und online über Zoom

Kos­ten: 18 € inkl. Imbiss | Anmel­dung erforderlich
Schü­le­rin­nen, Schü­ler und Stu­die­ren­de: 5 €

An den blau­en Fle­cken an ihren Hän­den, so hieß es in Bucha­ra, wür­de man die Juden erken­nen. Grund dafür war, dass tra­di­tio­nell vie­le bucha­ri­sche Juden in der Fär­be­rei von Stof­fen tätig waren. Die Far­ben, vor allem Indi­go, wur­den von Bag­da­der Juden aus Indi­en nach Herat gebracht und von dort von afgha­ni­schen Juden auf Kame­len wei­ter nach Buchara.

Die per­sisch­spra­chi­gen bucha­ri­schen Juden waren kul­tu­rell eng mit den Juden im Iran und in Afgha­ni­stan ver­bun­den. Je schär­fer die Gren­zen zum Iran und Afgha­ni­stan gezo­gen wur­den, des­to mehr ent­wi­ckel­te sich eine eige­ne bucha­risch-jüdi­­sche Iden­ti­tät, deren Name sich auf das his­to­ri­sche Emi­rat Bucha­ra bezog. „Bucha­ri­sche Juden“ leb­ten daher nicht nur in der Stadt Bucha­ra, son­dern auch in ande­ren Städ­ten im heu­ti­gen Usbe­ki­stan, Tadschi­ki­stan und den ande­ren zen­tral­asia­ti­schen Ländern.

Wir wer­den die bucha­ri­schen Juden durch die Geschich­te beglei­ten, vom Leben unter mus­li­mi­scher Herr­schaft über die Erobe­rung Zen­tral­asi­ens durch das zaris­ti­sche Russ­land und die Zeit der Sowjet­herr­schaft. Der Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on und die Ent­ste­hung der moder­nen zen­tral­asia­ti­schen Staa­ten führ­te zu einem weit­ge­hen­den Ende der Prä­senz bucha­ri­scher Juden in Zen­tral­asi­en. Vie­le gin­gen in die USA, nach Russ­land, Isra­el, Deutsch­land oder Österreich.

Refe­rent: Oli­ver Glatz, Juda­ist und Islam­wis­sen­schaft­ler, ist der­zeit Mit­ar­bei­ter am Jüdi­schen Muse­um Berlin.

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